Hell Fever - Höllische Spiele - Peter Schattschneider - Buchcover
Dezember 26, 2019

Hell Fever – Peter Schattschneider

Von alexander

Ein Krimi zwischen Philosophie und Virtueller Realität ist Hell Fever – Höllische Spiele von Peter Schattschneider. Zwichen dem Neuen IS und einer Gruppe durchgeknallter Informatiker und Neurologen der pädophil veranlagte Hagen Goldberg dabei, den Mord an seinem Freund aufzuklären – und gerät dabei nicht nur zwischen die Fronten mächtiger Gegner, sondern auch zwischen die Fronten von Realität und Virtual Reality.

Die Handlung platziert Schattschneider in einer österreichischen , in der Kerneuropa sich abgeschottet hat von der Außenwelt und Muslime einen gelben Halbmond an ihrer Kleidung tragen müssen. Das wiederum führt zu einer Solidarisierung und Fokussierung der muslimischen Interessen, zu Demonstrationen und…aber: ich schweife ab.

Hagen findet seinen ermordeten Freund, der an einem neuartigen Computerprogramm geforscht hat, dass über neuronale Sensoren und Emitter eine Art Holodeck für den Spieler ermöglicht. Eine virtuelle Welt, in der mit finanzieller und moralischer Währung gespielt wird – und die in der man nicht nur seine Träume ausleben kann, sondern auch seine finstersten Wünsche in die Tat umsetzt. Um eine Vorlage für die benötigten neuronalen Signale zu haben, sind die Entwickler aber offenbar auf reale Vorlagen angewiesen.

Da trifft es sich gut, dass einer der Forscher vor vielen Jahren an einem Medikament geforscht hat, dass traumatische Erinnerungen im Kurz- und Mittelzeitgedächtnis nachträglich löschen kann. Was das alles für Szenarien ermöglicht, wenn man gleichzeitig an eine Schule voller Teenager in der Abgeschiedenheit eines Klosters herankommt, bleibt der Fantasie des Lesers nicht lange selbst überlassen. Wird Hagen es schaffen, dem IS in die Suppe zu spucken, der damit seine neue Generation von Terroristen ausbilden möchte?

Fazit

Der Protagonist ist alles andere als ein Sympathieträger. Die Handlung ist stringent, spannend und sehr krimi-/thrillerhaft angelegt. Die technischen Utopien, die dystopische Anlage der Story ist für den Plot fast nur Beiwerk. Die Ausflüge in die Philosophie-Theorie, die Schattschneieder unternimmt, um seinen gehaltvoller zu machen, bleiben ebenfalls hinter den Möglichkeiten zurück – wenn es nicht in eine alberne Philosophievorlesung ausarten soll.

Über das Buch Hell Fever

Hell Fever - Höllische Spiele - Peter Schattschneider - Buchcover
Hell Fever – Höllische Spiele – Peter Schattschneider – Buchcover

Mein Paperback von Hinstorff ist 2019 in der Reihe heise online-Welten unter der Regie von Jürgen Kuri mit der ISBN 978-3-356-02259-9 erschienen. Auf 447 Seiten tobt sich Schattschneider zum Preis von 16 Euro aus. Am Ende werden Kuri und Schattschneider noch kurz vorgestellt.

In der gleichen Reihe ist auch bereits Apokalypse Pallantau erschienen. In die gleiche Richtung marschieren auch Die Saat und Keimzeit von Sven Svenson – wenn sie denn mal fortgesetzt werden.

Klappentext zu Hell Fever

Ist real virtuell? Ein grenzenloser Roman. Es war ganz verblüffend, wie echt sich die virtuelle Realität der Hölle anfühlte. Hagen Goldberg findet seinen Freund, einen IT-Spezialisten, ermordet auf. Zufällig kommt er dabei in den Besitz eines Spiels namens „Hell Fever“. Als er den Code geknackt hat, stellt er schnell fest: Es handelt sich um eine revolutionäre Erfindung. „Hell Fever“ ermöglicht eine ungeahnte Perfektionierung der virtuellen Realität. Aber wer steckt hinter dieser Entwicklung? Wieso sterben oder verschwinden die Mitglieder des Entwicklerteams unter ungeklärten Umständen? Welche Rolle spielt der Vater von Goldbergs Nachhilfeschülerin, deren Verhalten auf ein Stockholm-Syndrom hinweist? Und warum begehen Schüler in einer Klosterschule Selbstmord? Bei seinen Recherchen wird Goldberg immer tiefer in die dunklen Bereiche der virtuellen Realität hineingezogen.

Über den Autor Peter Schattschneider

Peter Schattschneider weiß, wovon er schreibt, wenn er wissenschaftlich wird in seinen Romanen. Der 1950 geborene studierte bis 1973 Physik an der TU Wien, Lehramt für Mathematik und Physik, und arbeitete danach an der Universtität. Seit 1978 schreibt er , lehrte in Paris und Peking. 1993 und 1995 erhielt er für Kurzgeschichten jeweils einen Kurd-Laßwitz-Preis.