Drecksratte - Thomas Jaekel - Buchcover

Drecksratte – Thomas Jaekel

Ich muss gestehen, ich bin schon seit längerer Zeit nicht mehr zum Bloggen gekommen. Und zum Lesen ehrlich gesagt auch nicht. Aber als ich neulich in der Bücherkirche Axien war, drückte mir der gute Geist des Hauses ein Büchlein in die Hand, das von einem Schriftsteller in der Region stammt. Und das Beste daran: es handelt sich um eine Dystopie! Und das allerbeste daran: es handelt sich um ein großartiges Buch. Aber von vorn:

In einer postapokalyptischen Welt treffen wir auf die Protagonistin des Buches, die ihm auch gleichzeitig den Titel gibt. Ein junges Mädchen wird in seiner Kindheit in den Pädophilen-Harem des Kommandanten eines Elendslagers verkauft, in dem Munition als Währung genutzt wird. Nach dessen Tod schlägt sich das Mädchen als Kinder-Prostituierte durch – bis sie auf zwei Männer trifft, von denen einer nach dem Zusammentreffen und einem beherzten Biss nie wieder jemanden vergewaltigen wird.

In letzter Sekunde wird das Kind vom Arzt des Lagers versteckt, der sich an seine verstorbene Schwester erinnert fühlt.
Zusammen machen sich beide auf den Weg zu einem geheimen Sehnsuchtsort des Alten, der in vor eer Apokalypse auf einer Insel arbeitete. In den Beschreibungen der Landschaften war ich oft versucht – auch wenn der Autor keine Namen nennt – mich in meine ostdeutsche Heimat zu versetzen, die Elbe zu überqueren und das Ziel der Wanderung in der Ostsee zu suchen.

Auf dem Weg dorthin treffen die beiden auf eine weitere flüchtende Familie. Und auf eine Kolonie von Überlebenden, die expansionistisch ihre faschistisch-rassistische Diktatur-Kolonie auszuweiten versucht – bis diese auf den Außenposten einer asiatischen Supermacht trifft, die in den Jahren seit der Apokalypse bedeutende technologische Fortschritte gemacht hat im Vergleich zu den europäischen Überlebenskünstlern.

Menschlichkeit, die sich auszahlt nach der Rettung eines abgeschossenen Fluggeräts trifft ab hier auf Liebe, Abschiede, Wiedersehen und Verzweiflung.

Fazit

Das Setting von “Drecksratte” ist klasse. Thomas Jaekel ist ein begnadeter Schriftsteller, der keine einzige literarische Schwäche zeigt in seinem Debut-Werk: seine Dialoge sind gut, die Story ist hinreichend überraschend, ohne dass sie unglaubwürdig wird. Gerade am Anfang ist die Welt, die er zeichnet, unglaublich überzeugend brutal und verkommen. Und das Lektorat des Buches war gut. Mir sind nur eine handvoll Rechtschreibfehlerchen aufgefallen. Wer auf Dystopien steht, dem empfehle ich dringend die Lektüre des Buches.

Über das Buch Drecksratte

Drecksratte von Thomas Jaekel ist im November 2019 im T.O.R.-Verlag erschienen. Die Paperback-Ausgabe ist für 15 Euro unter der ISBN 978-3981846812 erhältlich und umfasst 267 Seiten. Die e-Book-Ausgabe ist unter anderem für den Kindle von Amazon zum Preis von 4,99 Euro erhältlich. Informationen zu Buch und Autor gibt es unter torepic.de (obwohl die Seite im Moment offline zu sein scheint).

Drecksratte - Thomas Jaekel - Buchcover
Drecksratte – Thomas Jaekel – Buchcover

Klappentext

Vor vierzig Jahren ging die Welt vor die Hunde. Ein Menschenleben ist nichts mehr wert. Die Überreste der Menschheit vegetieren in kleinen Enklaven im endlosen Ödland vor sich hin, es herrscht das Recht des Stärkeren. In den Gassen einer namenlosen Siedlung wartet ein namenloses Mädchen auf den sicheren Tod. Doch ein alter Mann hat sich eine Spur Menschlichkeit bewahrt. Zusammen begeben sie sich auf eine gefahrvolle Reise durch ein zerstörtes Land. Gibt es den Ort aus den Erinnerungen des Alten wirklich? Und kann er ihnen eine Heimat bieten?

Teaser im Online-Handel

Unsere bekannte Welt existiert nicht mehr. Die Katastrophe vor vierzig Jahren brachte das Kartenhaus, welches wir Zivilisation nannten, zum Einsturz. Hunger und Not lassen die wenigen Überlebenden verrohen, Söldner ziehen marodierend durch das ausgezehrte Land. Es zählt das Recht des Stärkeren, Morde und Vergewaltigungen gehören zum Alltag. In dieser rauen Welt kämpft ein Mädchen ums nackte Überleben. Dabei scheint sich das Schicksal gegen sie verschworen zu haben. In letzter Sekunde rettet sie ein alter Mann vor dem sicheren Tod in den schmutzigen Gassen eines Elendscamps. Er glaubt, in dem Kind eine Erinnerung an seine eigene Vergangenheit zu sehen. Gemeinsam begeben sich die beiden auf eine gefahrvolle Odyssee durch ein wüstes Land. Das Ziel ist vorerst nur eine Erinnerung des Mannes an eine vergangene Welt. Auf ihrem Weg erkennen sie, dass die Welt doch nicht so tot und entvölkert ist, wie angenommen. Große Mächte im Hintergrund greifen gierig nach den Ressourcen des toten Europas. Doch auch im entvölkerten Land klammern sich Reste der Zivilisation an überwunden geglaubte Ideologien. Wird es den beiden gelingen, allen Gefahren zu trotzen und einen Platz für eine friedliche Zukunft zu finden? Eine Geschichte über Hoffnung, Freundschaft und den Glauben an eine bessere Welt.

Über den Autor Thomas Jaekel

Thomas Jaekel schreibt in seinem angehängten Dank davon, dass das Projekt “Drecksratte” als Fan-Fiction im Universum der Ödland-Reihe von Christoph Zachariae entstanden ist. Ich freue mich vor allem darüber, dass er schon angekündigt hat, dass es weitere Geschichten aus dem Drecksratte-Kosmos geben wird.

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