Der Tag an dem die Mauer brach – Thomas R. P. Mielke

Einen Politthriller wollte Thomas Mielke schreiben, eine Utopie Westberlins in der nahen Zukunft. Aus der Warte der 1983 abgeschlossenen Ur-Fassung von „Der Tag an dem die Mauer brach“ ist ihm das sicher auch gelungen. Wer den Roman nach 1990 liest, bekommt jedoch zusätzlich noch Gänsehaut – greift er doch den Fall der Berliner Mauer auf. Für das Jahr 1987.

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Die Lösung der Ostküstenfrage – Alexander Keßler

Eine Nuklearexplosion zerstört die Kanareninsel La Palma. Die ins Meer abrutschenden Erdmassen verursachen einen Mega-Tsunami, der nahezu ohne Vorwarnung an der Ostküste Amerikas einschlägt. Dutzende Meter hohe Wellen fordern Millionen Menschenleben. Steckt hinter der Katastrophe in „Die Lösung der Ostküstenfrage“ die Rache eines ehemaligen Ostblock-Offiziers?

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Eugen Ruge – In Zeiten des abnehmenden Lichts

Neu belebt wurde die Reihe „Lebenswege“ in der Evangelischen Akademie – und diese Entscheidung honorierten die Zuhörer. Selbst die eilig herbeigeschafften Stühle reichten kaum. Das dürfte freilich auch am Autor liegen, der vor das Publikum trat: Eugen Ruge ist mit seinem Roman „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ Träger des Deutschen Buchpreises 2011 geworden.

Hochgelobt von der New York Times über Le Monde bis zur FAZ wird der Schriftsteller mit diesem Montageroman mit autobiographischem Hintergrund gar mit Thomas Mann verglichen. „Das ist natürlich ein überaus ehrenhafter Vergleich und ich wusste auch, dass ich ein gutes Buch geschrieben habe – aber man darf nicht vergessen, dass zwischen den Buddenbrooks und meinem Buch über hundert Jahre Literaturgeschichte liegen“, gibt er sich selbstbewusst, aber bodenständig. Continue reading „Eugen Ruge – In Zeiten des abnehmenden Lichts“

Renate Finger – Akute Verzweiflung

Renate Finger hat einst zwei Jahre lang um ihre Ausreisegenehmigung aus der DDR gekämpft. Jetzt – mit über 20 Jahren Abstand – bringt sie ein Buch heraus, dass ihren Lebensabschnitt von Januar 1987 bis zum April 1989 beschreibt. „Akute Verzweiflung“ heißt die Chronologie einer Ausreise, die nun in der Edition Freiberg erschienen ist.

Die heutige Rentnerin wollte ihre ostdeutsche Heimat nicht aus wirtschaftlichen Gründen verlassen, sondern ihre Mutter pflegen, die im Westen alleine lebte. „Ich wusste, dass mir drüben nicht die gebratenen Tauben in den Mund flogen“, beschreibt sie das Fazit eines Besuchs in den frühen 80er Jahren. Continue reading „Renate Finger – Akute Verzweiflung“