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Bücherkirche Axien

Nach dem letzten Motorradausflug fiel die Wahl des Ausflugszieles heute auf eine überdimensionale Bücherzelle: die Bücherkirche Axien (Landkreis Wittenberg). Das ist zwar keine Bücherzelle im „klassischen“ Sinne, aber doch ein Ort, der sich gut in die Reihe und Philosophie der „befreiten Bücher“ einfügt.

Von Belletristik bis Erotik

Die riesige Backsteinkirche, die hier vermutlich seit 1170 steht, wird dabei seit 2014 von der Evangelischen Kirche als bibliophiles Modellprojekt mit Leben erfüllt – und dass der Ansatz funktioniert, zeigt die enorme Fülle von Druckwerken, die in der Bücherkirche Axien stehen. Hinter den Bankreihen des Kirchenschiffes, also dort, wo in manchen anderen Kirchen eine „Winterkirche“ abgetrennt ist, sind in Regalen und auf auf Tischen mehrere tausend Bände (geschätzt) untergebracht.

Die Bandbreite ist riesig: von allgemeiner Belletristik über Reiseliteratur und natürlich auch klassisch christlicher Literatur gibt es eine eigene Abteilung für Kinderbücher. Ein Antiquitätenregal und sogar Koch- und Backbücher finden sich natürlich auch. Damit aber nicht genug, gibt es sogar die Themenfelder Parapsychologie und Metaphysik und sogar Erotik zu entdecken. Wer im Kirchenschiff ausgestöbert hat, findet auch in der Sakristei noch prall gefüllte Regale. Und auf dem Weg dahin lohnt sich ein Blick an die Kirchendecke vor allem im Altarbereich. Hier merkt man, dass dieses Gotteshaus schon einige hundert Jahren „auf dem Buckel“ hat. Die Zeichnungen dort sollen aus dem 13. Jahrhundert stammen, das Dorf selbst ist viel älter: 965 wurde es als „uazgrini“ erstmals erwähnt, ein Burgward in der Nähe wurde bereits 865 unter dem Namen „wazgrini“ erwähnt.

Lesungen und eine „halbe“ Bibliothekarin

Um die Arbeit mit den Büchern kümmert sich in Axien die Germanistin Annette Schmidt aus Pratau mit einer „halben Stelle“ – dazu gehört neben dem „Bibliothekarsjob“ auch die Pflege der Webseite und das Organisieren von Veranstaltungen.

Im Inneren der Bücherkirche Axien. Foto: Alexander Baumbach
Im Inneren der Bücherkirche Axien. Foto: Alexander Baumbach

Auch in dieser Hinsicht gibt es ein volles Programm. Während des Besuches in Axien zogen sich einige Rollups durch die Bankreihen im Kirchenschiff mit einer Ausstellung über die Stasi. Thematisch passend dazu war einige Literatur das MfS ausgelegt. Außerdem hat sich mittlerweile der Kalender für Autorenlesungen gefüllt. Diese Möglichkeit der Präsentation nutzen einige lokale Schriftsteller wie etwa der Umweltschützer und Elbe-Experte Dr. Ernst Paul Dörfler oder die Krimi-Autorin Antje Penk. Der Eintrittspreis bei den Lesungen kann vom Besucher meist selbst bestimmt werden.

Klassische Öffnungszeiten für die Bücherkirche in Axien habe ich nirgends entdecken können – im Netz und vor Ort gibt es aber stets den Hinweis, dass die Kirche ganzjährig täglich geöffnet sei. Probleme mit Vandalismus sollte es hier auch nicht geben – und wenn, dann sollen demjenigen, der dieses Schätzchen verunziert, die Finger verdorren.

So funktioniert die Bücherkirche Axien

Wer Bücher zum Tauschen mitbringt, findet unter der Kanzel einen geflochtenen Korb für Neuzugänge, die dann von dort aus einsortiert werden. Aber auch, wer nichts zum Tauschen mitbringt, wird nicht ausgeschlossen: am Eingang steht ein Glas für Spenden. Damit kann man dann auch mit einem ruhigen Gewissen das ein oder andere Büchlein mit nach Hause tragen.

Kirche in Axien. Foto: Alexander Baumbach
Kirche in Axien. Foto: Alexander Baumbach

Die Bücherkirche Axien liegt an der Mitteldeutschen Kirchenstraße und ist auch vom Elberadweg aus gut zu erreichen: man kann dabei die Fähren zwischen Dommitzsch und Prettin sowie Pretzsch und Mauken nutzen. Tipp: In Mauken gibt es direkt an der Fährstation einen Eisstand, der selbstgemachtes Eis verkauft – und damit ein regionales Ausflugsziel geworden ist, an dem immer Leute Schlange stehen.

Adresse fürs Navi:

Ecke Seegasse/Dorfstraße in

Koordinaten: 51°41’59.3″N 12°53’15.8″E


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Bücherzelle in Goslar

Der erste „richtige“ Ausflug mit dem neuen Motorrad führte Rieke und mich in den schönen Harz. Das grobe Endziel unserer Route: Goslar. Und ja: es gibt natürlich eine Bücherzelle in Goslar. 😉

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Büchertausch in Mecklenburg-Vorpommern

Ich habe unseren Kurztrip an die Mecklenburgische Seenplatte in die Nähe von Neubrandenburg genutzt, um Bücherboxen im schönen Norden unserer Republik zu erforschen. Büchertausch in Mecklenburg-Vorpommern ist zwar naturgemäß nicht so dicht gesät, wie in dichter besiedelten Gebieten, dafür waren die beiden Schränke, die ich besucht habe, liebevoll gehegt und eingerichtet. (mehr …)


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Motorradtour mit Bücherzelle

Was kann es schöneres geben, als ein Hobby mit dem anderen zu verknüpfen – und dabei auch noch seine besten Freunde zu besuchen. Ich habe das am Wochenende mal getan – und die Motorradtour so geplant, dass ich an sieben (!) öffentlichen Bücherzellen, also Tauschregalen mit bunter Literaturauswahl (wie ich sie hier in der Gegend zum Beispiel in Wörlitz oder Zschornewitz kenne) zum Mitnehmen, Dalassen und Tauschen, vorbeikomme.

Elbebrücke bei Tangermünde, Foto: Alexander Baumbach

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Natürlich begibt man sich als anständiger Büchertauscher nicht auf eine solche Tour, ohne genügend Tauschobjekte einzupacken. Die Satteltaschen meiner kleinen Varadero hatte ich jedenfalls mit 35 Bänden aus meiner Wäschekiste doppelter und übriger Bücher bestückt – darunter einige DDR-Science-Fiction-Klassiker, die ich mal in einer Kiste auf dem Flohmarkt mitgekauft hatte. (mehr …)


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Der Bücherschrank in der Telefonzelle

Die Bücherbox in Zschornewitz. Die Telefonzelle steht in einer Nebenstraße. Foto: Baumbach

Die Bücherbox in Zschornewitz. Foto: Baumbach

Wir haben heute einen kleinen Ausflug gemacht zu zwei Juwelen im Landkreis Wittenberg: den öffentlichen Mini-Bibliotheken in Zschornewitz und Wörlitz. Was sich dahinter verbirgt? Ein tolles Konzept, wieder mehr Menschen mit Büchern in Kontakt zu bringen. Und was hat das alles mit einer Telefonzelle zu tun?

Telefonzelle in der Nebenstraße: die Bücherbox in Zschornewitz

Mir war so, als gäbe es in Zschornewitz eine Telefonzelle mit eingebautem Bücherschrank. Unser Erkundungsflug quer durch das Dörfchen blieb aber erfolglos – und erst eine kurze Internet-Recherche auf dem Handy brachte uns zum Beitrag der Mitteldeutschen Zeitung über das Hobby der Medizinerin Birgit Untersänger, die vor ihrer Praxis eine ausrangierte Telefonzelle aufgestellt hat, in der vom Sachbuch bis zum Kitsch-Roman alle möglichen Arten von Literatur vorhanden sind, die man sich ausleihen oder mitnehmen darf. (mehr …)