Vakuum – Antje Wagner

Vakuum - Antje Wagner - Buchcover

Vakuum – Antje Wagner

Lange habe ich mich auf dieses Buch gefreut – jetzt lag es endlich oben auf dem Lesestapel: Vakuum von Antje Wagner.

Und ich muss sagen: ich fand es gut. Spannend geschrieben, atmosphärisch, kreativ. Aber ich bin natürlich auch parteiisch. Nicht nur, dass Antje Wagner aus Wartenburg stammt, dem kleinen Elb-Dörfchen, in dem viele meiner Abizeit-Freunde ihre Heimat haben – nein, Antje Wagner ist auch noch die große Schwester meines lieben Klassenkameraden Axel.

Aber zurück zum Buch: Es ist Samstag, der 17. August, als um 15.07 Uhr die Uhren stehenbleiben. Aber nicht nur die. Auch die Zeit steht still. Alle Menschen sind plötzlich wie von der Erdoberfläche verschluckt. Keine Tiere mehr, kein Leben.

Nur fünf Teenager – verteilt über die halbe Bundesrepublik – finden sich in dieser surrealen Welt wieder. Und indem sie unerklärlichen Hinweisen nachgehen, finden sie zueinander.

Warum sie zueinander finden sollen, scheint ihnen anfangs unerklärlich: da ist nur dieses unbestimmte Gefühl, dass man einander kennen würde. Antje Wagner nimmt sich Zeit, ihre Figuren zu entwickeln, ohne dabei in langweiliges Larifari abzugleiten.

Die Geschichte wird spannender mit jeder Seite, die man vorankommt. Ein grauenhafter Nebel bedroht die Kids. Ein Psychopath scheint darin versteckt zu sein, der ihnen nach dem Leben trachtet.

Dabei steckt der Psychopath, die Angst, die dunkle Seite in jedem einzelnen von Ihnen. Denn jeder dieser Teenager hat Schuld auf sich geladen – der eine mehr, der andere weniger. Aber jeder steht in Verbindung zu einem Todesfall.

Im überraschenden Finale auf dem Friedhof und der Kirche von Tannwalde (Wartenburg?) löst sich das Gespinst der Geschichtenfäden, die Antje Wagner kunstvoll ausgelegt hat.

Vakuum von Antje Wagner wird zwar als Jugendbuch geführt, ist aber auch für den erwachsenen Leser eine packende Geschichte. Auch Stephen King, an dessen Schreibstil Antje Wagner streckenweise erinnert, hat ja in z. Bsp. der Herbstsonate: Die Leiche (Novellensammlung Frühling, Sommer, Herbst, Tod) vier Jungs am Beginn der Pubertät als Protagonisten auftreten lassen – und trotzdem nicht vordergründig für Jugendliche geschrieben.

Fazit

Ein packender , der mit unterschiedlichen Erzähl- und Zeitperspektiven spielt. Handwerklich ist das Buch sehr anspruchsvoll gestrickt, ohne dabei den Lesefluss zu hemmen. Die Klassifizierung als Jugendbuch ist überflüssig.

Derzeit wird Vakuum von Grown up Films verfilmt. Regie führt Damir Lukacevic. In den Hauptrollen werden Maria Ehrich, Isolda Dychauk und Jannik Schümann zu sehen sein.

Über das Buch Vakuum von Antje Wagner

Vakuum - Antje Wagner - Buchcover
Vakuum – Antje Wagner – Buchcover

Vakuum von Antje Wagner ist 2012 als Hardcover bei Bloomsbury unter der ISBN 978-3-8270-5437-1 erschienen (Taschenbuchausgabe 2014 bei Gulliver). Das Buch umfasst 366 Seiten. Für den Kindle gibt es Vakuum auch als Ebook.

Antje Wagner stellt das Buch auch auf ihrer eigenen Webseite vor.

Vakuum hat den Preis „Leipziger Lesekompass 2013“ der Stiftung Lesen und Leipziger Buchmesse bekommen, war auf der Shortlist zum Phantastikpreis SERAPH 2013 und bekam den „Feuergriffel für Kinder- und Jugendliteratur“ der Stadt Mannheim (wo auch weite Teile der Handlung spielen).

Klappentext

Tamara ist auf dem Weg nach Mannheim. Sie ist nur kurz weggenickt und als sie die Augen wieder öffnet, steht der Zug und die Passagiere sind weg. Kora findet sich beim Hofgang plötzlich allein im Gefängnis wieder: keine Gefangene ist mehr da, die Tore sind verschlossen. Leons Freunde sind beim Campen auf einer Insel auf einmal wie vom Erdboden verschluckt. Als er 110 wählt, nimmt niemand ab. Tamara. Kora. Leon. Alissa. Hannes. Sie alle erleben am 17. August um 15.07 Uhr dieselbe Situation: Die Zeit bleibt stehen und plötzlich sind sämtliche Menschen verschwunden. In diesem beängstigenden Vakuum beginnt ein gefährlicher Nebel, Jagd auf die fünf Jugendlichen zu machen…

Über die Autorin Antje Wagner

Antje Wagner wurde 1974 in Wittenberg geboren und wuchs in Wartenburg auf. Sie studierte deutsche und amerikanische Kulturwissenschaften, schreibt und übersetzt aus dem Englischen. Für Unland hat sie den ver.di-Literaturpreis erhalten. Zum Schreiben kam sie, als sie während ihres Studiums in Manchester ihren Fotoapparat vergessen hatte und sich Notizen machen musste. Aber das liest man am besten auf ihrer Homepage nach

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