Dokumentation und Wertschätzung

Ich bin jetzt seit mehreren Tagen dabei, mit meinem Großvater in jeweils einstündigen Sitzungen “Interviews” aufzunehmen. Warum? Der gute Mann wird im Februar achtzig Jahre alt, und ist vor relativ genau fünfundsechzig Jahren aus seiner Heimat vertrieben worden. Jedesmal, wenn er davon auf einer Familienfeier zu erzählen begann, verdrehten die umsitzenden die Augen oder Namen ihn ob der ollen Kamellen auf die Schippe.
Ich muss zugeben, ich hab auch erst dran gezweifelt, ob es Sinn macht, die Lebensgeschichte meines Großvaters so technisch und umfangreich zu dokumentieren. Nach der dritten Sitzung aber bejahe ich das. Vollkommen.
Selbst, wenn es niemanden nach ihm (uns) mehr interessieren sollte, was er “hier zu Protokoll” gegeben hat, ist es doch eine Aufarbeitung einer für ihn offensichtlich immer noch bewegenden Geschichte und Zeit. Ich hätte nicht gedacht, dass ich meinen ollen “Odader” mal so aufgeregt erlebe, wie in den Stunden jetzt vor dem Mikrophon. Piepegal, ob uns danach jemand auf die Schippe nimmt. Wir ziehen das jetzt durch. Auch für Rieke.

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Dokumentation und Wertschätzung

Ich bin jetzt seit mehreren Tagen dabei, mit meinem Großvater in jeweils einstündigen Sitzungen “Interviews” aufzunehmen. Warum? Der gute Mann wird im Februar achtzig Jahre alt, und ist vor relativ genau fünfundsechzig Jahren aus seiner Heimat vertrieben worden. Jedesmal, wenn er davon auf einer Familienfeier zu erzählen begann, verdrehten die umsitzenden die Augen oder Namen ihn ob der ollen Kamellen auf die Schippe.
Ich muss zugeben, ich hab auch erst dran gezweifelt, ob es Sinn macht, die Lebensgeschichte meines Großvaters so technisch und umfangreich zu dokumentieren. Nach der dritten Sitzung aber bejahe ich das. Vollkommen.
Selbst, wenn es niemanden nach ihm (uns) mehr interessieren sollte, was er “hier zu Protokoll” gegeben hat, ist es doch eine Aufarbeitung einer für ihn offensichtlich immer noch bewegenden Geschichte und Zeit. Ich hätte nicht gedacht, dass ich meinen ollen “Odader” mal so aufgeregt erlebe, wie in den Stunden jetzt vor dem Mikrophon. Piepegal, ob uns danach jemand auf die Schippe nimmt. Wir ziehen das jetzt durch. Auch für Rieke.

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Was ist Wien für mich?

Ich hatte in den letzten Tagen oft die Gelegenheit, mir diese Frage zu stellen. Warum mag ich diese Stadt so?
Es ist ähnlich wie mit Prag. Hier kann ich im geschlossenen schwarzen Anzug auf die Strasse gehen und fühle mich nicht wie ein verirrter Geschäftsmann, der sich im Jahrhundert geirrt hat. Bitte nicht falsch verstehen – das Publikum hier ist genauso jugendlich und modern und weltgewandt und amerikanisiert wie überall sonst in Europa. Aber diese Stadt atmet altes, zeitloses Flair. Egal ob das so ein Marketinggag ist wie mit diesen grantligen Wiener Kellnern und den Fiakern und den tollen Jugendstilfassaden. Es funktioniert trotzdem und wirkt auf mich nicht aufgesetzt. Einer Dame die Tür aufzuhalten und einem älteren Herrn in der U-Bahn den Platz anzubieten führt hier nicht zu verwundertem Staunen der Umstehenden. Das Wort “Bitteschön” und “Danke, sehr freundlich von Ihnen…” hab ich lang nicht mehr in deutschen Cafes gehört. Vielleicht reicht es auch, wenn diese Worte auf dem Kassenbon stehen?!
Es ist nicht alles Gold was glänzt. Das stimmt wohl auch hier am Nabel der alten Habsburgermonarchie. Die Leute hetzen in den Strassen; die gleichen Kaufhausketten wie in Good Ol’ Germany überfallen einen in jedem Schaufenster. Aber es gibt doch so kleine Juwelen in diesem Chaos. Die kleinen Kaffeehäuser sind es nicht nur. Hier ist viel Attrappe. Aber es sind die Geschäfte in der Josefstadt, die sich in den letzten sechzig Jahren nicht verändert zu haben scheinen. Es ist diese kleine “Kneipe” um die Ecke, die ich am Montagabend heimgesucht habe (das Tra-Ra am Fleischmarkt), wo mitten im Zentrum dieser Hauptstadt abends der Wirt selbst hinterm Tresen ein Bier mittrinkt und der Gendarm nach seinem Dienst noch in Uniform auf ein Bier reinschaut. Dieses etwas Staubige, mit dem Geruch von alten Schränken und dem Gefühl von hundert Jahren Familiengeschichte.
Und dann diese Unterhaltung mit dem Wiener Geschäftsmann, die ich am Donnerstagabend hatte: voller Lob über Deutschland, seine Moderne, seine Toleranz und Liberalität. Ich hab ihn dann drauf angesprochen, dass ein “wenig konservativ” nicht automatisch schlecht ist. Seine Reaktion: “Ja, aber stöll’ns sich dös einmal vor. Ein Volk wie dös unsere, so im Rückstand zu so anem großen Nachbarn wie’s Deutschland is…do krieg’ns ja automatisch an Minderwertigkeitskomplex, bitt’schön!”
Österreich – Du brauchst keinen Minderwertigkeitskomplex. Nur jemanden, der Dir Deine Marotten erhält. Der dös Grant’ln pflegt und den Schmäh erhält! Und der es aus dem Museum wieder in die Strassen zieht.

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Der Rest vom Schützenfest

Hab heute die anderen Kollegen heimgeschickt, den Rest hier schaffe ich auch allein ;-)

Na gut, die Führungsriege ist noch da und bleibt bis nächste Woche – aber ich erforsche jetzt Wien auf eigene Faust. Denkt an mich und betet, dass ich hier nicht verschütt gehe! Muss Montag kurz vor neun vor dem Hotel mein Taxi kriegen ;-)

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Der neunte November…

…ich sitze grad bei meinen Eltern und schaue im Fernsehen die Veranstaltung am Brandenburger Tor an. Honorige Redner, ins rechte Licht gerückt. Ein amtierender und ein vergangener russischer(/sowjetischer) Präsident, die Spitzen von Frankreich und Großbritannien, ein zugeschalteter amerikanischer Präsident (der lobenswerter Weise daheim geblieben ist – sonst hätte ich heute mit hoher Wahrscheinlichkeit arbeiten müssen…). Eine Dominostrecke, die den Fall der Mauer repräsentiert. Der größte lebende Moderator Deutschlands, der durch die Show führt.
Und ich möchte auch an die stillen Helden erinnern, die mich als neunjährigen in Erstaunen versetzt haben: die Menschen, die damals auf die Strasse gingen und heute nicht vor der Kamera stehen. Die Menschen, die ins Ungewisse aufgebrochen sind. Und ich möchte auch an die Menschen erinnern, die damals in Uniform eigentlich hätten verhindern sollen, dass genau das passiert, was zur Öffnung der innerdeutschen Grenze geführt hat – und die Nerven behielten, die sich nicht auf Paragraphen, sondern ihren gesunden Menschenverstand berufen haben…und damit unter Inkaufnahme persönlicher Nachteile für die Angelegenheit ihres Volkes eingesetzt haben. Ich möchte mich bei Herrn Oberstleutnant a.D. Jäger bedanken, der den Schlagbaum an der Bornholmer Strasse geöffnet hat – ohne Befehl, aber mit dem Gespür für das richtige Tun zur richtigen Zeit. Danke, dass Sie und Ihre Kameraden ein Blutbad verhindert, einen dritten Weltkrieg vereitelt haben. Wir stehen heute in Ihrer Schuld…
Und ich denke auch, dass die heutigen Feierlichkeiten der richtige Rahmen gewesen wären, eine Ehrung auszusprechen. Aber die Zeit dafür ist wohl noch nicht reif. Da gibt es noch zu viel an Verantwortung zu verurteilen – und noch zu viele offene Wunden, die diese Uniformen damals gerissen haben. Wollen wir hoffen, dass die Menschen in Deutschland eines Tages würdigen können, über welche Schatten diese Soldaten und Polizisten damals gesprungen sind, um sich nicht der Geschichte in den Weg zu stellen.
Und vielleicht ist auch eines Tages die Zeit reif, um im Rahmen einer solchen Gedenkfeier das Lied der Deutschen zu singen

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Arrogante Air Force-Piloten

Was für ein geiles Video – und ein realistischer Text dazu! Last time in Deci hätten wir das mit den 71ern auch drehen können. Uns fehlte nur die Gitarre!

There was a time…
When jet pilots ruled the skies…
They failed to impress the military by never deploying on operations…
They failed to impress the ladys because they couldn’t walk the walk…
But there was one group of people they never failed to impress…
Themselves!

Danke an Heiner für den Link!

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Gaddafi will angeblich die Schweiz auflösen – Yahoo! Nachrichten Deutschland

Das nenne ich doch mal Mut zum politischen Statement!

Zürich (dpa) – Der libysche Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi soll bei der UN-Vollversammlung formell beantragt haben, die Schweiz aufzulösen. Er habe dies bereits im Juli beim G8-Gipfel in Italien gefordert, berichtete das Schweizer Fernsehen.

Gaddafi will angeblich die Schweiz auflösen – Yahoo! Nachrichten Deutschland

Und wir füllen das Sommerloch hier mit Berichten über das Ende der Abwrackprämie und dem Rücktritt eines unfallträchtigen Thüringer Trittbrettfahrers. Große Politik und spannungsgeladene Debatten über diesen kontrovers zu betrachtenden Beitrag Libyens erwarte aber selbst ich nicht bei der nächsten Vollversammlung im New Yorker Schlachthof.

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Ein liebes Wort an meine Kommentatoren…

Ich zitiere mal wörtlich den Fuchs:

PS: 100!!!! *strike* .. krieg ich nen preis?

Alexander Baumbach » Ein Name für das Boot!

In 441 Artikeln mit insgesamt 54,928 Worten (Stand: 16.07.2009 22:00 MESZ) habe ich es geschafft, auf meine lieben Kommentarschreiber 161 Mal zu antworten. Und Du forderst tatsächlich einen Preis, weil Du hundert geschrieben hast? Ich meine: Meinen Senf lasse ich ja schon im Artikel selbst ab, ganz zu schweigen von den unzähligen Videos und Bildern, die hier noch meine Meinung publik machen UND gebe dann noch zusätzlich 161 Kommentare ab. Und da kommst Du her, der Du keinen content lieferst, kein Foto schickst und keine Videos verbreitet und möchtest auch noch einen PREIS?!?

*Ironie_mode_off*

Sollst Du haben: Du bekommst Deinen eigenen Artikel. Nummer 442. Bitteschön! Und dazu ein Foto vom Fux:

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Puh…geschafft

Gut, dass ich noch einen arbeitsfreien Tag nach dem Urlaub eingeplant hatte. Meine Kopfschmerzen gestern abend entpuppten sich noch als ganz üble Migräne mit Erbrechen und so…Dafür aber haben wir dann heute auch richtig ausgeschlafen – ich bis 09.30, Rieke bis zehn nach zehn! Dann ging es wieder besser…

Nach dem Geburtstagsanruf bei einer sehr lieben Zaubermaus im Süden der Republik haben wir habe ich dann Auto aufgeräumt und ein wenig klarschiff, auch in den Poststapel gebracht. Den Astra kann ich leider erst nächste Woche ummelden, weil meine Versicherungskatja bis Samstag noch im Urlaub ist. Tja, und so war der Tag dann mit Aufräumen auch schon fast wieder rum…

Aber halt: im Internet hat sich auch noch was getan! Der Spender des Lachses hat sich gemeldet! Ein ganz übler toller Marketinggag war das – vom Michael Berg von www.lachs.de! Kann ich den Fisch also wieder aus dem Forensik-Labor zurückholen! Der Michael spekuliert bestimmt auf einen Artikel hier im Weblog – soll er kriegen. Für soviel Kreativität bin ich gern bereit, noch mal die lachs.de zu studieren und samt Verkostungsbericht nächste Woche beim Geburtstagsnachfeierevent in Freising dann zu schreiben!

Und daddyz.de hat einen neuen Co-Autor: den Thomas! Herzlich willkommen. Bin schon gespannt auf tolle Geschichten…

Und by the way: die ersten Urlaubsfotografien sind bei flickr.com online:

Hier der Link zu den Ostseeurlaubsbildern…

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Wieder in der Heimat

So…die letzten Tage war ich ja etwas schreibfaul. Lag mit Sicherheit auch an der kleinen Tastatur des IPhone und dem enggestrickten Programm im Urlaub an der Ostsee. Nach Rügentour, Störtebeker-Festspiele, Stralsund-Kneipen-Abend, Boddenrundfahrt und Bollerwagen-Leistungsmarsch (gefühlt bis nach Schweden…) haben wir heute morgen die Schecke gepackt und sind um halb elf aus dem Hotel aufgebrochen. Ein kleiner Stadtbummel in Berlin (Reichstagsufer und Brandenburger Tor) und Ku’Damm-Programm mit Hard Rock Cafe standen dann noch auf dem Plan bis wir dann um sechs die Zaubermaus am Flieger in Tegel abgeliefert haben. Schade…acht Tage waren viel zu kurz…

Ich bin dann mit mörderischen Kopfschmerzen heimgefahren und kriege die jetzt so langsam wieder in den Griff. Bin total alle und freue mich nur noch auf mein Bettchen. Morgen wird dann erstmal Auto ausgeladen und je nach Zeitfenster noch der Astra umgemeldet auf mich. Hab ich erwähnt, dass ich mir ein “neues” Auto gekauft habe? ;-)

Dazu aber später mehr…

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