Siegmund Jähn ist tot

In 90 Minuten um die Erde - Erwin Bekier - Buchcover

„Mit großer Trauer haben wir die Nachricht zur Kenntnis nehmen müssen, dass Sigmund Jähn, der erste Deutsche im All, am 21. September 2019 verstorben ist.“

Mit diesem traurigen Post meldet sich am Sonntagabend das Deutsche Zentrum für Luft- und . zu Wort.

Auf der Webseite des DLR heißt es weiterhin:

“Mit Sigmund Jähn verliert die deutsche Raumfahrt einen weltweit anerkannten Kosmonauten, Wissenschaftler und Ingenieur“, sagt Prof. Pascale Ehrenfreund, Vorstandsvorsitzende des DLR, „Der erste Deutsche im All hat sich auch immer als Brückenbauer zwischen Ost und West im Sinne der friedlichen Nutzung des Weltraums verstanden. Seine Botschaft, für die Erde ins All, werden wir in ehrendem Gedenken bewahren und fortführen.“

In 90 Minuten um die Erde - Erwin Bekier - Buchcover
In 90 Minuten um die Erde – Erwin Bekier – Buchcover

Sigmund Jähn, der Junge aus dem Erzgebirge, war als Angehöriger der Nationalen Volksarmee am 26. August 1978 zu einem Flug in den Kosmos mit Sojus 31 unter dem Kommando von Waleri Fjodorowitsch Bykowski aufgebrochen. Zusammen erreichten die beiden die Saljut 6. Sein Vater war Sägewerksarbeiter, seine Mutter Hausfrau. Ein Kind der arbeitenden Klasse, wie es im Buche steht. Unter anderem in dem beim Kinderbuchverlag Berlin erschienenen „In 90 Minuten um die Erde“ von Erwin Bekier.

Sein Kollege Eberhard Köllner, der anderthalb Jahre lang mit Sigmund Jähn die Kopplung der Sojus-Kapsel an die Saljut geübt hatte, verfolgte den Flug in der Leitzentrale als Konsultant. Um 20.33 Uhr Moskauer Zeit öffnet sich die Schleuse zwischen den beiden künstlichen Erdtrabanten. Sigmund Jähn streckt als erster seinen Kopf durch die Luke, hinter der bereits Wladimir Kowaljonok und Alexander Iwantschenko warten.

Nach rund einer Woche docken Bykowski und Jähn mit Sojus 29 von der Saljut 6 ab. „Ihre“ Kapsel bleibt als Rettungskapsel für Kowaljonok und Iwantschenko zurück. Nur die maßgeschneiderten Konturensitze ziehen von einer in die andere Sojus-Kapsel um. Nach wenigen Stunden schlagen die beiden in der Steppe auf. Jähn wird zum Idol einer Generation junger -Bürger.

Sigmund Jähn, der als DDR-Bürger offiziell der erste Deutsche im Kosmos (und natürlich auch im Weltall) wurde, hat nach der Wende Unterstützung vom ersten (West-)Deutschen, der mit dem Amerikanern im All war, bekommen: Ulf Merbold. Auch ESA-Astronaut Alexander Gerst bezeichnete den Mann aus Morgenröthe-Rautenkranz als „netten, guten Freund“. Am gestrigen Samstag ist er gestorben.

Sigmund Jähn verlässt diese Welt nun zum zweiten Mal. Eine Chance, die ihm zu Lebzeiten nicht mehr gegeben wurde. Hals- und Beinbruch, Kosmonaut!

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