Der Tag der Auferstehung – Sakyo Komatsu

Der Tag der Auferstehung - Sakyo Komatsu - Buchcover

Vor dem Tag der Auferstehung kommt auch bei der Tod. Und der kommt gründlich. Die gesamte Weltbevölkerung stirbt an einer unerklärlichen Erkrankung. Alle? Nicht ganz. Ein kleiner Kontinent ganz im Süden des Globus, eingeschlossen von Frost und Eis, bietet rund 10.000 Überlebenden eine vermeintlich sichere Zuflucht.

Aber halt. Das geht ein wenig schnell. Deswegen mal langsam und von vorn:

Irgendwann in den 1960er Jahren kommt bei einer Geheimdienstoperation eine Probe eines hochgefährlichen Krankheitserregers aus den Händen von Biowaffenforschern in ein Flugzeug, dass in einer stürmischen Februarnacht im Schnee der Hochalpen abstürzt. Als Tauwetter einsetzt, macht sich der Erreger in der Atmosphäre breit – und innerhalb weniger Wochen und Monate stirbt die gesamte Bevölkerung der „gemäßigten“ Kontinente. Einzig die Bewohner der Forschungsstationen in der Arktis werden nicht angesteckt. Auch die Besatzungen zweier Atom-U-Boote können sich rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Gerade, als die menschlische Restpopulation von 10.000 Menschen (darunter 16(!) Frauen) gerade versucht, in einer Art postapokalyptischer Arche Snowa zu einer neuen Art von Zukunft für die Menschheit zu finden, platzt ein weiteres Problem in die antarktische Zivilisation. Die beiden Atommächte USA und Sowjetunion haben mit einer fünfzigprozentigen Chance der Auslösung beim kollektiven Ableben ein automatisches Verteidigungssystem für ihre Nuklearwaffen angeschaltet gelassen. Und ein sich abzeichnendes Superbeben unter Alaska könnte dafür den Klingelknopf drücken.

Wird das Himmelfahrtsskommando von vier Antarktis-Überlebenden retten, was noch zu retten ist?

Fazit

Sakyo Komatsu legt einen unglaublich spannenden vor, der sein Szenario gar nicht stark konstruieren muss. Kalter Krieg, Bio-Waffenforschung trotz Moratorium und ein völlig unzurechnungsfähiger US-Präsident sind ja nun leider nicht von der Hand zu weisende Realitäten in der Geschichte der menschlichen Dummheit…

Ebenfalls lesenswert ist auch Japan sinkt von Sakyo Komatsu.

In einer japanisch-US-amerikanischen Co-Produktion wurde Fukkatsu no hi 1980 unter dem Titel „Virus“ (dt. Tödlicher Virus) verfilmt.

Über das Buch Der Tag der Auferstehung

Der Tag der Auferstehung - Sakyo Komatsu - Buchcover
Der Tag der Auferstehung – Sakyo Komatsu – Buchcover

Mein Paperback von Heyne hört auf die ISBN 3-453-00961-4 und ist 1987 als deutsche Erstausgabe mit einer Übersetzung von Michael Morgental und Keiko Miriam Inaba aufgelegt worden. Das Original „Fukkatsu no hi“ von Sakyo Komatsu stammt aus dem Jahr 1964 und wurde bei Kodakaw-Shoten in Tokyo verlegt. Das Umschlagbild schuf Jan Heinecke. Für 9,80 DM gab es 335 Seiten .

Beim Japanische Literatur-Blog gibt es eine kurze Rezension von Der Tag der Auferstehung.

Klappentext Der Tag der Auferstehung

In England nehmen Geheimdienstleute ein paar sorgfältig versiegelte Behälter in Empfang: diese enthalten neueste Ergebnisse der B-Waffen-Forschung. Sie sollen mit einer kleinen Maschine in die Türkei gebracht und über Mittelsmänner den Amerikanern zugespielt werden, aus deren Labors das Virus-Material ursprünglich stammte. Die Maschine startet bei Nacht, trifft aber nie an ihrem Ziel ein. Über den Zentralalpen wüteten Unwetter; irgendwo ist die Maschine zerschellt. Im Frühjahr kommt es zu einem rätselhaften Massensterben der Feldmäuse in der Po-Ebene. Doch das ist nur der Anfang. Gegen diese raffiniert gebaute B-Waffe gibt es kein Gegenmittel, weil ein Tarnvirus die Forscher auf falsche Fährten lockt. Und sie kennt keine nationalen Grenzen.Ein selbstverschuldeter biologischer Steppenbrand ist entfacht, dem das Leben auf der Erde nicht gewachsen ist. Das Buch gehört zu den erfolgreichsten SF-Romanen der Welt. Allein in erlebte es mehr als 30 Auflagen!

Über den Autor Sakyo Komatsu

Sakyo Komatsu, der Autor und Manga-Künstler (unter dem Pseudonym Mori Minoru) wurde am 28. Januar 1931 geboren. Er zählt neben Kobo Abe (den wir von den Totaloskopen kennen, die Angela und Karlheinz Steinmüller in ihrem Roman Andymon nutzen) zu den bekanntesten japanischen Science-Fiction-Schriftstellern.

Ein ausführliches englisches Interview mit Sakyo Komatsu über seinen schriftstellerischen Werdegang, die Entdeckung von Stanislaw Lem und den Gebrüdern Strugazki im Westen und die Giftgasanschläge in der Tokioter U-Bahn durch die Aum Shinrikyô-Sekte gibt es hier.

Darin gibt er unter anderem Geheimtipps zum Lesen, die ich gleich mal auf meine Bucket List setze: The Door Into Summer von Robert A. Heinlein, Jashûmon von Takahashi Kazumi und Pacem in Terris sowie The Japanese Apache von Sakyo Komatsu selbst.

Sakyo Komatsu stirbt 2011 in einem Krankenhaus in Osaka.

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