Sieben fielen vom Himmel - Alexander Kröger - Buchcover

Alexander Kröger – Sieben fielen vom Himmel

Die Idee zum Buch ist erfrischend neuartig: Perspektivwechsel. Nicht wir Menschen sind es, die in die Tiefen des Weltalls vorstoßen und dabei neues Leben entdecken. Nein: die Außerirdischen werden quasi frei Haus geliefert. Auf einem Expeditions-Schiff des großen Transporters J2 reisen sieben Kosmonauten vom Planeten Centaur durch unser Sonnensystem auf der Suche nach einem bewohnbaren Planeten. In der Umlaufbahn des Jupiter passiert eine Katastrophe mit dem Mutterschiff. Die Sieben entschließen sich daraufhin, mit den letzten Treibstoffreserven erst den vierten, dann den dritten Planeten des Sonnensystems (also die gute, alte Erde – oder in ihrer Sprache „Hoffnung“) anzusteuern. Für eine kontrollierte Landung reicht der Sprit nicht aus. In der Hochatmosphäre steigt das extraterrestrische Forscherkollektiv daraufhin aus und springt über dem Amazonas-Regenwald in Südamerika ab. Sechs bleiben zusammen, der siebte treibt ab.

Auf der Erde wird die seltsame Himmelserscheinung registriert. Erst wird sie für einen Meteoriten gehalten. Einer sowjetischen Schiffsbesatzung kommt der Einschlag aber sehr seltsam vor – und kurz darauf interessieren sich auch die Astronomen weltweit dafür. Eine Expedition wird ausgerüstet.

In einer Inka-Ruine stoßen Archäologen auf einen Gott...
In einer Inka-Ruine stoßen Archäologen auf einen Gott…

Unterdessen stößt eine Gruppe von Archäologen im Regenwald auf die Ruinen einer alten Inka-Festung. Die benachbarten Indios holen die Weißen zu Hilfe, da unlängst ein Gott bei ihnen aufgetaucht ist – der jetzt aber schläft und den die Forscher wecken sollen.

Werden die sieben Außerirdischen wieder zueinander finden? Wie verläuft der erste Kontakt zwischen vernunftbegabten Wesen aus zwei Welten?

Was bei Kröger positiv auffällt: es gibt Schwarz und Weiß. Nicht alle Amerikaner sind abgrundtief schlecht. Nicht alle Frauen eignen sich nur für die Küche. Nicht alle Außerirdischen halten die Menschheit für doof. Das hinterlässt ein warmes Gefühl in der Magengegend. In der astronautischen Weltföderation arbeiten Amerikaner und Sowjets trotz Kalten Krieges zusammen. Und auch bei den Außerirdischen gibt es ganz irdische Verhaltensauffälligkeiten: Disziplinlosigkeit etwa, oder auch die Neigung, in guter Absicht etwas zu tun, ohne den Rest des Kollektivs vorher zu befragen. Technik-Gläubigkeit, das Gute im Menschen (oder Außerirdischen) und die Angst vor Mißverständnissen zwischen den Kulturen zeichnet Kröger so, dass es nicht gekünstelt wirkt.

Gottseidank gibt es dann auf den letzten paar Seiten doch noch eine große Portion Klassenkampf-Philosophie. Alles andere hätte mich nach zehn DDR-Science-Fiction-Romanen am Stück auch bitter enttäuscht. 😉

Über das Buch

Sieben fielen vom Himmel - Alexander Kröger - Buchcover
Sieben fielen vom Himmel – Alexander Kröger – Buchcover

Obwohl schon 1969 im Verlag Neues Leben Berlin erschienen wird „Sieben fielen vom Himmel“ bis heute noch neu aufgelegt. Unter der ISBN 3-355-00705-6 fand es schon vor der Wende Eingang in den internationalen Buchkatalog. Die bisher letzte erschien als Paperback in der Edition SOLAR-X 2017.

„Sieben fielen vom Himmel“ wurde auch beim österreichischen Buchwanderer rezensiert. Als Fortsetzung erschienen „Kosmodrom im Krater Bond“ und „Energie für Centaur“.

Über den Autor

Alexander Kröger, der im richtigen Leben Dr. Helmut Routschek hieß und 1934 in der heutigen Tschechischen Republik geboren wurde, hatte nach der Wende einen wirtschaftlichen Neuanfang als Schriftsteller geschafft. So sah es zumindest aus. Lange Jahre hatte seine Frau Susanne seine Bücher vertrieben, bevor 2008 Projekte-Verlag Cornelius Halle sein Gesamtwerk ins Sortiment aufgenommen hat. Der Druckkosten-Zuschuss-Verlag ist 2014 mit einem Insolvenzverfahren gelöscht worden. Die Gesamtausgabe war da noch nicht abgeschlossen.

Ursprünglich hatte Routschek Markscheidewesen und Bergschadenkunde studiert, arbeitete in „Schwarze Pumpe“ und im Tagebau Spreetal. Weitere Details zu seinem Leben gibt es auf seiner Wikipedia-Seite.

In Ego-Episoden des Alexander Kröger: Wahres, heiter und besinnlich erzählt der Autor aus seinem Leben.

Im Januar 2015 verunglückte Dr. Helmut Routschek mit seiner Frau bei einem Autounfall an einer Autobahnabfahrt so schwer, dass er an den Folgen im April 2016 verstarb. Er wurde in Dresden beigesetzt.

Auf der Webseite von alexander-kroeger.de ist zu erfahren, dass der langjährige Lektor und Partner des Autors, Wilko Müller jr., seit Januar 2017 in der Edition Solar X eine komplett neue Alexander Kröger Werkausgabe mit 20 ausgewählten Romanen, Essays und Storysammlungen herausgibt. Diese bestellt man am besten im Shop der Edition. In Bewegung sieht man Helmut Routschek hier in diesem Video von Lausitz TV Cottbus.

Weitere Werke, die im Phantastischen Bücherschrank von Alexander Kröger besprochen wurden: Das Kosmodrom im Krater Bond, Energie für Centaur, Vermißt am Rio Tefé.

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