Dokumentation und Wertschätzung

admin | Familie
6 Jan 2010

Ich bin jetzt seit mehreren Tagen dabei, mit meinem Großvater in jeweils einstündigen Sitzungen “Interviews” aufzunehmen. Warum? Der gute Mann wird im Februar achtzig Jahre alt, und ist vor relativ genau fünfundsechzig Jahren aus seiner Heimat vertrieben worden. Jedesmal, wenn er davon auf einer Familienfeier zu erzählen begann, verdrehten die umsitzenden die Augen oder Namen ihn ob der ollen Kamellen auf die Schippe.
Ich muss zugeben, ich hab auch erst dran gezweifelt, ob es Sinn macht, die Lebensgeschichte meines Großvaters so technisch und umfangreich zu dokumentieren. Nach der dritten Sitzung aber bejahe ich das. Vollkommen.
Selbst, wenn es niemanden nach ihm (uns) mehr interessieren sollte, was er “hier zu Protokoll” gegeben hat, ist es doch eine Aufarbeitung einer für ihn offensichtlich immer noch bewegenden und Zeit. Ich hätte nicht gedacht, dass ich meinen ollen “Odader” mal so aufgeregt erlebe, wie in den Stunden jetzt vor dem Mikrophon. Piepegal, ob uns danach jemand auf die Schippe nimmt. Wir ziehen das jetzt durch. Auch für .

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4 Comments

  1. papa_pooh sagt:

    Ausgezeichnete Idee…schade, dass ich das nicht auch gemacht habe. In dem Alter kann leider die Demenz oder Allzheimer schneller zuschlagen als man sich das vorstellen mag. Zumindest war das bei meinem Opa so. Da kann man gar nciht früh genug anfangen & die Geschichten für die Nachwelt zu sichern.

  2. Dani sagt:

    Wenn ich mal wieder in Deutschland bin, würde ich gerne in deine Aufnahmen mal reinlauschen, Alex. Meine Großmutter wurde übrigens auch damals aus ihrer Heimat vertrieben.

  3. admin sagt:

    @Dani: Das könntest Du auch jetzt schon. Mein Diktiergerät nimmt in MP3 auf.

  4. Dani sagt:

    Na dann … :D ;)

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