…ich sitze grad bei meinen Eltern und schaue im Fernsehen die Veranstaltung am Brandenburger Tor an. Honorige Redner, ins rechte Licht gerückt. Ein amtierender und ein vergangener russischer(/sowjetischer) Präsident, die Spitzen von Frankreich und Großbritannien, ein zugeschalteter amerikanischer Präsident (der lobenswerter Weise daheim geblieben ist – sonst hätte ich heute mit hoher Wahrscheinlichkeit arbeiten müssen…). Eine Dominostrecke, die den Fall der Mauer repräsentiert. Der größte lebende Moderator Deutschlands, der durch die Show führt.
Und ich möchte auch an die stillen Helden erinnern, die mich als neunjährigen in Erstaunen versetzt haben: die Menschen, die damals auf die Strasse gingen und heute nicht vor der Kamera stehen. Die Menschen, die ins Ungewisse aufgebrochen sind. Und ich möchte auch an die Menschen erinnern, die damals in Uniform eigentlich hätten verhindern sollen, dass genau das passiert, was zur Öffnung der innerdeutschen Grenze geführt hat – und die Nerven behielten, die sich nicht auf Paragraphen, sondern ihren gesunden Menschenverstand berufen haben…und damit unter Inkaufnahme persönlicher Nachteile für die Angelegenheit ihres Volkes eingesetzt haben. Ich möchte mich bei Herrn Oberstleutnant a.D. Jäger bedanken, der den Schlagbaum an der Bornholmer Strasse geöffnet hat – ohne Befehl, aber mit dem Gespür für das richtige Tun zur richtigen Zeit. Danke, dass Sie und Ihre Kameraden ein Blutbad verhindert, einen dritten Weltkrieg vereitelt haben. Wir stehen heute in Ihrer Schuld…
Und ich denke auch, dass die heutigen Feierlichkeiten der richtige Rahmen gewesen wären, eine Ehrung auszusprechen. Aber die Zeit dafür ist wohl noch nicht reif. Da gibt es noch zu viel an Verantwortung zu verurteilen – und noch zu viele offene Wunden, die diese Uniformen damals gerissen haben. Wollen wir hoffen, dass die Menschen in Deutschland eines Tages würdigen können, über welche Schatten diese Soldaten und Polizisten damals gesprungen sind, um sich nicht der Geschichte in den Weg zu stellen.
Und vielleicht ist auch eines Tages die Zeit reif, um im Rahmen einer solchen Gedenkfeier das Lied der Deutschen zu singen…
Der neunte November…
Nachbloggen ausdrücklich erlaubt! Hubert Maria Dietrich auf Tour…
Der Hubert Maria Dietrich ist ein Künstler, der mir heute von einem Freund wärmstens ans Herz empfohlen wurde. Ich hab ihn mir einmal etwas näher angeschaut und war ganz baff – das nenne ich mal soziales Engagement! Hubert Maria produziert gibt am 28. November ein Benefizkonzert im Kornhaus in Kempten. Wer also in der Nähe ist: hingehen!
Soviel soziales Engagement gehört gewürdigt. Wenn also einer der Bloggerkollegen das hier liest, ist er herzlich eingeladen, die Nachricht zu rebloggen – eine lobenswerte Erwähnung hier in meinem Weblog ist damit schon gesichert! Aus dem offiziellen Pressetext erfährt man noch, wo es hingeht:
Hubert Maria Dietrich & Band
28.11.2009 Kornhaus Kempten
(20:00 Uhr) Eintritt 18,- EuroTicketvorverkauf: Rotes Kreuz Oberalllgäu, Haubenschlossstr. 12, 87435 Kempten und an der Abendkasse.
Die gesamten Einnahmen gehen an die Kemptener Tafel.
Die Kosten tragen private Sponsoren.
Und damit man sich auch einen Ausdruck von der Musik machen kann:
Ich hab das Event auch gleich mal noch bei Qype angelegt. Da kann man dann anschleßend natürlich auch noch ne Rezension drüber schreiben…
Wer möchte:



